Gesundheitsrisiken für Musiker:innen in Kassel

Berlin – Der Spielbetrieb in der Ersatzspielstätte des Staatstheaters Kassel birgt gesund-heitliche Risiken für die Mitglieder des Orchesters. „unisono fordert die Theaterleitung auf, als Arbeitgeberin ihrer Fürsorgepflicht uneingeschränkt nachzukommen und mit den Musiker:innen im gemeinsamen Dialog auf Augenhöhe nach Lösungen zur Behebung der gesundheitlichen Gefahren zu suchen“, sagt unisono-Geschäftsführerin Julia Hofmann.
Seit Ende Oktober spielen die Musiker:innen des Staatsorchesters Kassel in einer großen Halle. Sie dient als Interimsspielstätte, weil das Opernhaus der Stadt saniert wird. Bei Aufführungen flimmern Videoprojektionen über die Wände; auch direkt vor den Musiker:-innen. Da sie sich gleichzeitig auf Noten und Dirigat konzentrieren müssen, leiden während der Aufführung viele unter Übelkeit und Kopfschmerzen. „Wir prüfen, wie der Gesundheits-schutz der Musiker:innen mit der Einhaltung arbeitsvertraglicher Pflichten in Einklang gebracht werden kann und zeigen zulässige Handlungsspielräume auf“, sagt Hofmann. „Momentan können sich die Musiker:innen einer weiteren Gesundheitsgefahr erst entziehen, wenn sie geschädigt sind. Das bedeutet, sie könnten eine Aufführung dann verlassen, wenn Kopfschmerzen oder Übelkeit eingetreten und sie damit arbeitsunfähig sind. Das ist für beide Seiten unbefriedigend und geht an den Interessen der Arbeitnehmer:innen völlig vorbei.“
Ein reibungsloser und qualitativ hochwertiger Spielbetrieb ist nur mit gesunden Musiker:-innen möglich. „Es kann nicht sein, dass der Personalrat ein von der Arbeitgeberin in Auftrag gegebenes Gutachten nur auf Druck und unter Verschwiegenheitspflicht erhält“, sagt Hofmann. „Da ab dem Wochenende zahlreiche Aufführung anstehen, ist eine schnelle und einvernehmliche Lösung zwingend notwendig.“
