Staatstheater Kassel: UNISONO fordert politisches Handeln

Gesundheitsschutz und Transparenz dürfen nicht länger nachrangig behandelt werden

Berlin – UNISONO Deutsche Musik- und Orchestervereinigung hat sich heute mit einem Offenen Brief an die Fraktionen im Stadtrat Kassel gewandt. Die Situation am Haus ist nach Einschätzung von UNISONO trotz monatelanger Bemühungen ungelöst. Julia Hofmann, Geschäftsführerin des Verbands, macht den Ernst der Lage deutlich: „Wir haben einen Runden Tisch beantragt, wurden vertröstet – und die Probleme sind nicht kleiner geworden. Jetzt ist die Politik am Zug.“

Im Zentrum stehen Fragen des Gesundheitsschutzes, der Fürsorgepflicht und des Vertrauens in die Hausleitung. Orchestermusiker:innen des Staatstheaters Kassel – eines der ältesten Orchester der Welt – arbeiten unter Bedingungen, die weder ihren profes-sionellen Anforderungen noch einem respektvollen Umgang mit Beschäftigten entsprechen. Gesundheitliche Beschwerden durch Videoprojektionen im direkten Blickfeld der Musiker:innen, mangelnde Transparenz der Hausleitung und eine festgefahrene Kommunikation kennzeichnen die Lage.

UNISONO fordert konkret: die unmittelbare Einbeziehung der betroffenen Musiker:innen, transparente Kommunikation der Hausleitung sowie die Einrichtung eines moderierten Klärungsformats unter Beteiligung der Träger. Gesundheits- und Arbeitsschutz dürfen nicht länger nachrangig behandelt werden.

Das Staatstheater Kassel ist ein bedeutendes Haus mit großer kultureller Strahlkraft. Es verdient eine Führung, der das Wohl der Beschäftigten ebenso am Herzen liegt wie der künstlerische Anspruch. UNISONO erwartet ein klares politisches Signal.