Testimonials

Die Deutsche Radio Philharmonie wird als Sinfonieorchester gebraucht. Das belegen die vielen Zuschriften, die den SWR seit Monaten erreichen. Immer mehr Prominente aus Politik und Kultur sowie treue Fans des Orchesters drücken so ihre Unterstützung aus. Hier könnt ihr einige Zuschriften der Unterstützer:innen und Kommentare zur Petition lesen.

Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern © Jean M. Laffitau
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern © Jean M. Laffitau

Resolution des SR-Rundfunkrats, vertreten durch Dr. Thomas Jakobs, Vorsitzender

„Die Deutsche Radio Philharmonie ist weit mehr als ein exzellentes Orchester. Sie ist ein kraftvolles Symbol für die kulturelle Vielfalt, die wir im Saarland und in Rheinland-Pfalz pflegen und verteidigen. Ihr Fortbestand steht für Innovation, Zusammenhalt und internationale Strahlkraft. Gerade jetzt ist es unsere gemeinsame Verantwortung, die DRP in ihrer künstlerischen und gesellschaftlichen Bedeutung zu sichern und für kommende Generationen zu bewahren.“ 26.01.2026

Prof. Arnulf Herrmann, Fach Komposition, Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken

„Als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Saarbrücken und langjähriger Partner der DRP in der Nachwuchsförderung bin ich überzeugt, dass die DRP eine unverzichtbare kulturelle, bildungspolitische und gesellschaftliche Funktion erfüllt… Laut Verband unisono entfallen vom derzeitigen Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro monatlich lediglich 0,41 Euro – also etwa 2,2 Prozent – auf die Rundfunkensembles. Angesichts des geringen finanziellen Anteils erscheint die Diskussion, einen wesentlichen kulturellen Träger zu schwächen, unverhältnismäßig. Selbstverständlich müssen Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wo setzen wir Prioritäten und welche langfristigen Auswirkungen hätte ein Rückbau der DRP – kulturell, gesellschaftlich und strukturell? Ich appelliere an Sie, die Prüfungen nicht ausschließlich unter finanziellen Gesichtspunkten vorzunehmen, sondern im Sinne des gesamtgesellschaftlichen Auftrags… Ich bitte Sie daher um eine sachliche und fundierte Bewertung dieser Fragen unter Offenlegung aller relevanten Entscheidungsgrundlagen.“ 27.11.2025

Auszug, vollständiges Statement

Landesmusikrat Rheinland-Pfalz, Peter Stieber im Namen des Präsidiums

„… mit großer Besorgnis und entschiedenem Widerspruch nimmt das Präsidium des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz die Absicht des Südwestrundfunks zur Kenntnis, die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern in ein Kammerorchester umzuwandeln. Dieses Vorhaben ist kulturpolitisch kurzsichtig, medienpolitisch hochproblematisch und rechtlich erklärungsbedürftig… Die Reduktion auf Kammerorchestergröße schließt große Teile des sinfonischen Repertoires, der zeitgenössischen Orchesterliteratur sowie der musikvermittelnden Bildungsarbeit faktisch aus. Damit wird der gesetzlich definierte Kultur- und Bildungsauftrag qualitativ ausgehöhlt. Zwar steht dem SWR Programmautonomie zu. Diese endet jedoch dort, wo strukturprägende Bestandteile des öffentlich-rechtlichen Angebots dauerhaft beseitigt werden… Wir fordern den Südwestrundfunk daher nachdrücklich auf, … die Zukunft dieses Klangkörpers in einem transparenten, öffentlichen Verfahren unter Einbeziehung von Fachöffentlichkeit, Musiker:innen, Kulturinstitutionen und Rundfunkgremien zu diskutieren.“ 08.01.2026

Auszug, vollständiges Statement

Prof. Michael Sanderling, Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters

„Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern… ist weit mehr als ein erstklassiger Klangkörper, sie ist ein kulturelles Kraftzentrum und ein unverzichtbarer Botschafter für das Saarland, Rheinland-Pfalz und die gesamte Bundesrepublik.“ 19.01.2026

Auszug, vollständiges Statement

Felix Klieser, Hornist

„Schon seit vielen Jahren arbeite ich mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern zusammen. Zuletzt durfte ich mit ihnen ein Hornkonzert von Rolf Martinsson aufnehmen, welches der Komponist extra für uns geschrieben hat. Ein ganz besonderes Erlebnis für mich.

Es ist immer wieder etwas Besonderes für mich, mit diesem Orchester zusammen zu spielen. Durch seine eigene Klangsprache und sein Verständnis für die Musik bildet es einen ganz außergewöhnlichen und einzigartigen Klangkörper in der deutschen und internationalen Kulturlandschaft. Und diese Einzigartigkeit gilt es zu schützen. Der Verlust dieses Orchesters würde bedeuten, einen unwiderruflichen Teil musikalischer Exzellenz, Hingabe und Leidenschaft zu verlieren. Der Verlust wäre immens.“ Januar 2026

Albrecht Mayer, Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker

„Ich hatte die große Freude und Ehre, die DRP als Solist sowohl auf Tour als auch in seiner Heimat kennenlernen zu dürfen. Rheinland-Pfalz und das Saarland, der SR und der SWR müssen stolz auf dieses Orchester sein und die wunderbare Qualität seiner Mitglieder. Es sollte auf jeden Fall in seiner jetzigen Größe erhalten bleiben, damit wir keinen nicht wieder gut zu machenden Kulturverlust für Rheinland-Pfalz und das Saarland erleiden müssen.“ 12.01.2026

Christian von Blohn, Regionalkantor Saarpfalz im Bistum Speyer

„Für die musikalische Chorkultur des Saarlandes wäre [eine Verkleinerung] ein schmerzlicher Verlust, der nicht so ohne weiteres zu ersetzen wäre. Gleiches gilt natürlich für die Kantorinnen und Kantoren und ihre Kantoreien auf evangelischer Seite. Zudem hat sich die Deutsche Radio Philharmonie seit einiger Zeit verstärkt auch der Musikvermittlung bei Kindern und Jugendlichen gewidmet, einem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Thema, wenn wir das klassische musikalische Erbe unserer Kultur wachhalten und für nachfolgende Generationen bewahren wollen.“ 29.12.2025

Auszug, vollständiges Statement

Univ.-Prof. em. Richard Dünser, Kunstuniversität Graz

„Wir hatten in Österreich schon mehrfach eine ähnliche Diskussion betreffend das Radiosymphonieorchester Wien, wo sich der ORF schon mehrmals seines Orchesters entledigen wollte. Dank eines wiederkehrenden öffentlichen Aufschreis von Komponist*innen, Kulturinstitutionen und von vielen anderen konnte dies bisher verhindert werden. Eines meiner Argumente war immer das löbliche Beispiel unseres Nachbarn Deutschland, wo die Orchester der Rundfunkanstalten ganz wichtige Kulturerhalter und Vervielfältiger sind. Es wäre nach meinem Dafürhalten ein riesengroßer Verlust, die DRP zu einem Kammerorchester zu verkleinern, und darf auch aus eigener Erfahrung sprechen, denn ich hatte die große Freude, von diesem großartigen Orchester gespielt und aufgenommen und auch vom SWR und SR gesendet zu werden.“ 04.12.2025

Auszug, vollständiges Statement

Prof. Christoph Poppen, Gründungs-Chefdirigent der DRP 2007/08 und ehemaliger Rektor der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin

„Mit großer Bestürzung nehme ich jetzt wahr, welche Schritte Sie für die Zukunft dieses Orchesters einzuleiten beabsichtigen. Schon durch Absichtserklärungen, neue Kooperationspartner aus Wirtschaft und/oder Politik zu gewinnen, um Mittelkürzungen zu kompensieren, oder sogar das Orchester zu verkleinern – von einem Kammerorchester ist die Rede – ist ein kaum wieder gut zu machender Imageschaden entstanden. Bereits diese Nachrichten halten Musikerlnnen davon ab, sich um vakante Stellen zu bewerben. Die Nachrichten schwächen nicht nur das betroffene Orchester, sondern verunsichern eine ganze Region. Völlig unverständlich erscheint mir, dass Entscheidungen über ein einzelnes Rundfunkorchester angedacht werden, während in der ARD gerade eine AG Klangkörper eingesetzt wird, die erst am Beginn ihrer Arbeit steht…

Aus der DRP ein Kammerorchester machen zu wollen, ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Wie Sie vielleicht wissen, kann ich als Dirigent auch auf eine jahrzehntelange Expertise in der Arbeit mit Kammerorchestern zurückblicken. Es gibt inzwischen eine hinreichend große Anzahl von Kammerorchestern auf der ganzen Welt, die sich den schwächer werdenden Markt aufteilen müssen… Es geht um das Saarland und um Rheinland-Pfalz. Und es geht darum, dass durch Ihre Pläne ein verheerendes Signal aus der Kulturnation Deutschland in die Welt gesendet wird. Sie könnten mit einem Überdenken Ihrer Sparpläne ein besseres Signal senden: dass in Zeiten sozialer Spaltung und Demokratieverlusts ein starker Kulturträger das beste Instrument ist, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.“ 12.02.2026

Auszug, vollständiges Statement

Dr. Joachim Junker, Bundesverband Musikunterricht e.V., Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz

Musikvermittlung ist für ein professionelles Orchester längst kein „Begleitprogramm“ mehr, sondern ein wesentlicher Bereich seiner kulturellen Verantwortung. Die DRP nimmt diese Aufgabe vorbildlich wahr. Sie geht hinaus in Schulen, zu jungen Hörenden, und weiß diese für die von ihr gespielte Musik zu begeistern. Damit übernimmt sie eine gesellschaftliche Rolle, die – gerade in Zeiten zunehmender kultureller Verarmung – von unschätzbarer Bedeutung ist und dem jungen Publikum Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht – unabhängig vom Geldbeutel und vom Sozialstatus der Elternhäuser.

Auszug, vollständiges Statement